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Selbstcheck: Wann eignet sich die Arbeit im Home Office?

Entspannt faulenzen im Home Office? Nichts da! Heimarbeiter arbeiten im Schnitt 2,5 Stunden pro Woche länger als ihre Kollegen im Büro. Und erzielen dabei sowohl bessere Leistungen als auch mehr Zufriedenheit für sich selbst. Das ergab eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Denn die Arbeit von zu Hause bietet viele Vorteile, wie die hohe zeitliche Selbstbestimmung oder die gute Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Doch nicht in jedem Job und für jede Person eignet sich die Heimarbeit. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Stimmen die Rahmenbedingungen?

Gärtner oder Verkäufer im Einzelhandel – manche Jobs eignen sich selbstverständlich nicht für die Arbeit von zu Hause. Arbeiten Sie hingegen überwiegend am Bildschirm und am Telefon, zum Bespiel im IT-Bereich oder im Vertrieb, kann Home Office durchaus eine Option sein. Bestimmte Rahmenbedingungen müssen allerdings gegeben sein: so muss ein geeigneter Arbeitsraum zu Hause zur Verfügung stehen, an dem Sie ruhig und konzentriert arbeiten können. Verfügt dieser auch über die nötigen technischen Voraussetzungen? Zum einen muss der Zugriff auf sämtliche benötigte Daten aus dem Firmennetz möglich sein. Zum anderen sollte die Geschwindigkeit der Internetverbindung überprüft werden, um eine schnelle Erreichbarkeit über Skype und Co. zu gewährleisten. Denn die ständige Erreichbarkeit ist das A und O im Home Office. Sie demonstriert Ihrem Chef und Ihren Kollegen, dass Sie tatsächlich arbeiten und nicht nur faulenzen. Durch den ständigen Kontakt dokumentieren Sie Ihre Anwesenheit und Ihren Fleiß.

Ergeben sich für Sie und Ihren Arbeitgeber Vorteile?

Zunächst einmal hat der Arbeitgeber weniger Kontrolle über die Arbeit seiner Mitarbeiter im Home Office und ist so einer größeren Unsicherheit ausgesetzt. Die Heimarbeit muss daher genügend positive Gegenargumente mit sich bringen. Diese können zum Beispiel eine Zeitersparnis langer Arbeitswege und die damit einhergehende höhere Leistungsfähigkeit sein. Eine amerikanische Studie zeigt: die Leistung im Home Office ist um 9% höher als im klassischen Büro. Gleichzeitig werden Kosten gespart, zum Beispiel für Fahrten und für die Ausstattung des Arbeitsplatzes. Ein gängiges Argument ist außerdem, dass auch im Büro heutzutage ein Großteil der Kommunikation über elektronische Wege stattfindet. Der Unterschied zum Home Office ist daher gar nicht so groß.

Kommen Sie mit weniger positivem Feedback zurecht?

Die Leistung, die Sie zu Hause erbringen, ist also in der Regel höher als im Büro. Allerdings müssen Sie damit leben können, dass das durch Ihre Abwesenheit unter Umständen niemand registriert. Sie sollten daher mit weniger positivem Feedback und geringeren Aufstiegschancen zufrieden sein. Oder aber Sie müssen Ihren Chef an Präsenztagen so von sich überzeugen, dass sich ein durchweg positives Bild Ihrer Arbeit bei ihm einprägt.

Können Sie klare Grenzen setzen?

Wenn Sie schon bei einem klassischen Bürojob dazu neigen, Arbeit mit nach Hause zu nehmen, werden Sie als Heimarbeiter vermutlich erst recht verleitet sein, auch spät abends oder am Wochenende zu arbeiten. Heimarbeiter sammeln im Durchschnitt etwa doppelt so viele Überstunden an wie ihre Kollegen im Büro. Können Sie sich hingegen klare Grenzen setzen und den Feierabend auch als Feierabend akzeptieren, steht einer Arbeit im Home Office nichts im Wege.

Können Sie sich selbst organisieren?

Sie sind im Büro froh, wenn Ihr Vorgesetzter Ihnen genau vorgibt, was Sie wann zu tun haben? Dann ist die eigenverantwortliche Tagesplanung in Heimarbeit vermutlich nicht das Richtige für Sie. Wenn Sie Ihren Tagesplan allerdings gerne selbst festlegen, werden Sie die Freiheiten im Home Office vermutlich genießen. Wichtig ist hier ein geregelter Rhythmus von Arbeitszeiten, Pausen und Aufgaben.

Momentan arbeiten nur 12 Prozent aller Beschäftigten überwiegend oder gelegentlich von zu Hause – an sich wäre eine Heimarbeit laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bei 40 Prozent aller Arbeitsplätze möglich. Wenn Sie alle Fragen im Selbstcheck positiv beantwortet haben, wäre es also eine Überlegung wert, mit dem Arbeitgeber einmal über eine mögliche Arbeit im Home Office zu sprechen.

Quellen:
diw.de
karrierebibel.de